Sammlung Peter C. Ruppert
Konkrete Kunst aus Europa nach 1945

Die Sammlung zeigt die Präsenz der Konkreten Kunst in verschiedenen europäischen Ländern und die unterschiedlichen Erneuerungen und Ausformungen, die sie nach 1945 erfahren hat.

Sammlung Peter C. Ruppert

Die Sammlung zeigt die Präsenz dieser Kunst in verschiedenen europäischen Ländern und die unterschiedlichen Erneuerungen und Ausformungen, die sie nach 1945 erfahren hat. Vertreten sind Künstler und Künstlerinnen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, der Schweiz, Nord-, Süd- und Osteuropa und den Beneluxländern, darunter so bekannte wie Max Bill, Günter Frühtrunk, Auguste Herbin, Barbara Hepworth, Richard Paul Lohse, Bridget Riley, Victor Vasarely.

Dem Schritt in die Öffentlichkeit im Jahre 2002 gingen rund 30 Jahre Sammeltätigkeit von Peter C. Ruppert und seiner Frau Rosemarie voraus, in denen sie ein klares Bild der Konkreten Kunst ab dem 2. Weltkrieg bis in die Gegenwart entwarfen. Die jeweils wichtigsten Künstler nahezu aller Länder Europas sind mit herausragenden Werken erfasst; die Schirmherrschaft des Generalsekretärs des Europarates würdigt diesen Einsatz für die europäische Dimension. Bis heute ist die Sammlung nicht abgeschlossen; aktuelle Strömungen werden ebenso ergänzt wie einzelne noch fehlende künstlerische Positionen nach 1945.

So bleibt das Bild der Sammlung lebendig und zeigt sich in wechselnden Präsentationen, die dem Publikum vielfältige Perspektiven aufschließen. Jeder der 6 Räume mit insgesamt 1850 qm im südlichen Gebäudetrakt vereint unter Raumtiteln wie „Farbe als Element“ oder „Die 1950er und 1960er Jahre“ inhaltliche oder historische Aspekte der Sammlung. Schwerpunkte der Sammlung bilden die Schweizer Szene, die mit Protagonisten wie Max Bill oder Richard Paul Lohse der Konkreten Kunst in Zürich nach 1945 neue Wege wies oder Paris als Zentrum, wo sich rund um die Galerie Denise René in den 1950er Jahre ein aktiver Kreis von Künstlern (gegen die vorherrschenden informellen Kunstströmungen) formierte.

Zwei weitere Schwerpunkte sind in jüngerer Zeit hinzu gekommen: die Szene der Konkreten Kunst in Großbritannien sowie die Formulierung von Bildvorstellungen der Konkreten Kunst in der Fotografie. Beides ist einzigartig in deutschen Museen. Ein ähnlich qualitativer Querschnitt englischer Konkreter Kunst findet sich außerhalb von Großbritannien neben der Sammlung Ruppert kaum; der Begriff der Konkreten Fotografie wurde erst mit und im Museum im Kulturspeicher entwickelt und in einer ersten Sonderausstellung im Jahre 2005 diskutiert.

Bei alledem kommt ein breites Spektrum an Materialien und Medien ins Spiel, das Kinetik ebenso einschließt wie den Einsatz des Computers zur Gewinnung neuer Bildformen. Allen diesen Methoden und Ansätzen gemeinsam ist die Autonomie der Bildmittel, die das Wesen der Konkreten Kunst ausmacht, ihr Beharren darauf, dass die bildnerische Welt eine eigene sei, aufgebaut auf Fläche, Raum, Linie, Farbe, Hell-Dunkel, Licht und Bewegung. Dies unterscheidet die ungegenständliche, nicht abbildende Konkrete Kunst grundlegend von der abstrakten Kunst; letztere geht vom Gegenstand aus und lässt in dessen schrittweisen Verwandlung in ein Form-Farb-Gefüge diesen Ursprung erkennen.

Das zweite grundsätzliche Wesensmerkmal des Konkreten ist die Berechenbarkeit dieser Kunst, das offene zu Tage Liegen ihrer Prinzipien wie serielle und modulare Ordnung sowie Symmetrie, Rotation und Progression, somit ihre Nähe zur Mathematik. Dies, und zugleich das Überströmen bildnerischer Wirkungen, die, aller logischen Kalkulation zum Trotz, überraschend und unberechenbar sind, gehören zu den faszinierenden Eigenheiten der Konkreten Kunst.

 

Raum07

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Raum08

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Raum09

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Raum10

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Raum11

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