Michael Müller

26. November 2022 bis 19. März 2023

Mit Werken von Albrecht Becker, Helga Sophia Goetze, Hermann Gradl, Simon Fujiwara, Hans Josephsohn, Jeanne Mammen, Michael Müller, Gerhard Richter, Emy Roeder, Elsa Sahal, Ferdinand Spiegel und Andy Warhol.


Im Jahr seines 20. Jubiläums lädt das Museum im Kulturspeicher den Berliner Künstler und Kurator Michael Müller ein, sich mit der Würzburger Sammlung und ihrer Geschichte auseinanderzusetzen. Dabei knüpft Müller an die Gründungsgeschichte der Städtischen Galerie in der NS-Zeit an.
Werke aus der Sammlung – Plastiken der als „entartet“ diffamierten Bildhauerin Emy Roeder ebenso wie die heimattümelnden Bilder fränkischer Landschaften des Hitler-Lieblings Hermann Gradl – werden mit eigenen Arbeiten und denen weiterer zeitgenössischer Künstler*innen konfrontiert.
Eine besondere Rolle spielt der von Müller wiederentdeckte Body-Artist Albrecht Becker, der von 1924 bis 1935 in Würzburg lebte und hier wegen seiner Homosexualität von den Nazis inhaftiert wurde. Durch extreme Tätowierungen und plastische Eingriffe, die er in fotografischen Collagen dokumentierte, vergewisserte er sich der Deutungshoheit über seinen eigenen Körper. 
Müllers Ausstellung untersucht unterschiedliche Menschenbilder, aber auch die Möglichkeiten von deren Missbrauch, die vermeintliche Banalität des Bösen sowie die ökonomische und politische Verwertbarkeit von Kunst und verwebt sie zu einem dichten intellektuellen und sinnlichen Bezugssystem, das konventionelle Deutungsmuster hinterfragt.

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