Thomas Bayrle Stadt, Land, alles im Fluss
-
Pressemitteilung als PDF-Dokument (►)
-
Pressebilder finden sich im Download-Bereich (►)
-
Presserundgang: Donnerstag, 26. Februar 2026, 11 Uhr / zur Anmeldung (►)
- Eröffnung: Freitag, 27. Februar 2026, 19 Uhr
Thomas Bayrle Stadt, Land, alles im Fluss
- Thomas Bayrle mit Einzelausstellung im Museum im Kulturspeicher (MiK) Würzburg
- Pop Art zwischen Stadt, Land und Verkehr – serielle Bildwelten als Spiegel urbaner Lebensräume
- Ausstellung und Begleitprogramm laden zu Dialog und Teilhabe ein
- Laufzeit: 28. Februar bis 17. Mai 2026
Würzburg, 28. Januar 2026. Thomas Bayrle zählt zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Pop-Art. Mit der Ausstellung „Thomas Bayrle. Stadt, Land, alles im Fluss“ widmet ihm das Museum im Kulturspeicher (MiK) erstmals eine umfassende Einzelausstellung in Würzburg. Im Mittelpunkt stehen Werke, die sich mit urbanen und ländlichen Lebensräumen sowie mit Verkehr und Mobilität auseinandersetzen – Themen, die Bayrles Werk seit Jahrzehnten prägen und die in Würzburg auf besondere Weise erfahrbar sind.
Stadt, Land und Verkehr als Spiegel Würzburgs
Im Zentrum der Würzburger Ausstellung – wie es der Titel „Stadt, Land, alles im Fluss“ bereits ankündigt – stehen Kunstwerke, die sich mit urbanen und ländlichen Lebensräumen sowie mit der Verkehrsthematik auseinandersetzen. Mit dieser Akzentsetzung verfolgt Kurator und MiK-Direktor Marcus Andrew Hurttig das Ziel, Bayrles Werk mit der spezifischen Topographie und Stadtgeschichte Würzburgs inhaltlich zu verzahnen.
Die Stadt wurde 1945 nahezu vollständig zerstört und anschließend modern wiederaufgebaut, wobei die mittelalterliche, kleinteilige und labyrinthartige Struktur der Straßenzüge weitgehend erhalten blieb. Zugleich ist Würzburg sichtbar landwirtschaftlich geprägt – etwa durch den Weinanbau – und als Universitätsstandort mit großstädtischen Infrastrukturen ausgestattet.
Viele Werke Bayrles zeichnen sich durch ihre serielle Werkgenese und extrem dichte Bildräume mit kaum leeren Flächen aus. Dieses Stilmerkmal spiegelt das Würzburger Lebensgefühl auf kongeniale Weise wider, das durch enge und eingeschränkte Wohn- und Bewegungsräume geprägt ist.
Hurttig fasst zusammen: „In Würzburg bündeln sich damit wie in einem Brennglas hochaktuelle gesellschaftliche Diskurse: das Stadt-Land-Gefälle, Fragen nach Mobilität sowie die Utopien und Grenzen der autogerechten Stadt. Diese Themen bilden den konzeptuellen Resonanzraum der Ausstellung.“
Serielle Bildprozesse und dichte Bildräume
Thomas Bayrle ist ausgebildeter Musterzeichner und Weber und setzte seine künstlerische Ausbildung von 1958 bis 1961 an der damaligen Werkkunstschule in Offenbach am Main fort. Als freischaffender Künstler in Frankfurt am Main arbeitete er zunächst auch als Verleger und Drucker von Künstlerbüchern und Werbeplakaten. Vor diesem biografischen Hintergrund entwickelte er ab den späten 1960er-Jahren seine unverwechselbare künstlerische Handschrift.
Bayrles Werke basieren auf seriellen Bildprozessen: Ein einzelnes Bildzeichen wird maschinell reproduziert und zu dichten Strukturen zusammengefügt. Das entstehende Gesamtbild repräsentiert zugleich das ursprüngliche Motiv in vergrößerter Form. Mit dieser Disziplinierung des kreativen Prozesses – subjektive, impulsive Eingriffe des Künstlers bei der Bildentstehung werden unterbunden – rückt Bayrle in die Nähe der Konkreten Kunst, die im MiK mit der Sammlung „Peter C. Ruppert“ ebenfalls ein Zuhause hat. Die durch diesen Werkprozess automatisch entstehenden Wahrnehmungsirritationen erinnern an die Techniken der Op-Art-Kunst. Trotz dieser formalen Strenge bleiben Bayrles Bildwelten stets figurativ.
Von Konsumkultur zu Mobilität und religiösen Motiven
In seinen frühen Arbeiten griff Bayrle auf Bildwelten der Werbe- und Konsumkultur westlicher Industrienationen zurück und etablierte sich damit als Pop-Art-Künstler. Seit den 1980er-Jahren nutzte er als einer der ersten Künstler in Deutschland die Möglichkeiten digitaler Bildverarbeitung durch Softwareprogramme und der Bildproduktion mit Druckern und Fotokopierern. Zudem entstanden Videoarbeiten zum Thema Autoverkehr sowie Skulpturen aus Motorblöcken, Autoreifen oder Scheibenwischern.
In jüngeren Arbeiten treten religiöse Motive wie Maria mit dem Christuskind oder die Pietà – die Gottesmutter, die um ihren toten Sohn trauert – als neues Leitmotiv hinzu. Auch hier bleibt Bayrle seiner seriellen Bildsprache und seiner eigenen Handschrift treu: Die Darstellungen setzen sich aus sich wiederholenden Motiven zusammen, die der Welt der Straßen, Autos und Verkehrszeichen entnommen sind.
Eröffnung und Begleitprogramm
Das MiK lädt herzlich zur feierlichen Eröffnung am Freitag, 27. Februar 2026, um 19 Uhr ein (Einlass ab 18.30 Uhr). Es sprechen Sandra Vorlová, 2. Bürgermeisterin der Stadt Würzburg, und Marcus Andrew Hurttig, Direktor des MiK. Die Redebeiträge werden in Gebärdensprache übersetzt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich; die Anzahl der Sitzplätze ist jedoch begrenzt.
Nach der feierlichen Eröffnung können das Museum und die Ausstellungsräume bis zu später Stunde besucht werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, bei Getränken ins Gespräch zu kommen. Die Erlöse des Getränkeverkaufs kommen dem MiK zugute.
Die Ausstellung begleitet ein umfangreiches Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm für Erwachsene, Kinder und Familien. Im Fokus stehen Fragen nach den Grenzen und Möglichkeiten des motorisierten Individualverkehrs im Kontext des Klimawandels sowie der notwendigen Transformation von Stadtgesellschaften. Interaktive Stationen und Spielangebote laden dazu ein, sich aktiv mit Mobilität und Verkehr in Würzburg auseinanderzusetzen.
In Kooperation mit der Universität Würzburg werden zudem die Ergebnisse der Mobilitätsbefragung Würzburg 2023 präsentiert. Diese werden ergänzt durch Tandemprojekte des „WueLab“ zur nachhaltigen Stadtentwicklung, die gemeinsam mit der Stabsstelle Klima und Nachhaltigkeit der Stadt Würzburg entwickelt wurden.
Förderung
Die Ausstellung wird freundlicherweise gefördert durch den Bezirk Unterfranken, die Würzburger Kulturstiftung sowie den Freundeskreis Kulturspeicher Würzburg e.V.
Auf einen Blick
- Thomas Bayrle. Stadt, Land, alles im Fluss
- Laufzeit: 28. Februar bis 17. Mai 2026
- Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei
- Öffnungszeiten: Di. 13–18 Uhr, Mi. bis So. 11–18 Uhr, Mo. geschlossen, immer am 3. Do. im Monat bis 21 Uhr geöffnet
- Presserundgang: Donnerstag, 26. Februar 2026, 11 Uhr / zur Anmeldung
- Eröffnung: Freitag, 27. Februar 2026, 19 Uhr, Eintritt frei
Begleitprogramm im Detail
LEGO-Wochenende: Sa., 14. März, und So., 15. März, 11–17.30 Uhr
Das LEGO-Wochenende findet in Kooperation mit dem LEGO-Bauverein Born2Brick e.V. statt. Unter dem Motto „Wir bauen eine Stadt“ entstehen eigene LEGO-Welten. Der Eintritt ins Foyer ist frei, der Besuch der Ausstellung kostenpflichtig.
Kunstaperitif: Do., 19. März, 18 Uhr
MiK-Direktor Marcus Andrew Hurttig führt in die Ausstellung ein. Im Anschluss an die etwa 20-minütige Kurzführung wird sich gemeinsam zum Gesehenen und Gehörten bei einem Getränk ausgetauscht. Das MiK ist am 19.3. bis 21 Uhr geöffnet. Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €. Inklusive Getränk und Museumseintritt.
Serienabend „Superform“: Do., 19. März, 19–21 Uhr
Inspiriert von Bayrles „Superformen“ entstehen durch Stempeln und Collagieren individuelle Kunstwerke im Ausstellungsraum. Material wird gestellt; gerne können Zeitschriften oder Fotos mitgebracht werden. Kopieren ist vor Ort möglich. Ohne Anmeldung. Die Teilnahme an der Kreativ-Aktion ist kostenfrei; es fällt lediglich der Museumseintritt an: 5 €, ermäßigt 3 €, unter 18 Jahren frei.
Filmabend: Di., 14. April, 19 Uhr
Gezeigt werden zwei Filmklassiker von Claude Lelouch und Jacques Tati. Die Filme thematisieren die Absurditäten des Autoverkehrs im Paris der 1970er-Jahre. Eintritt: 7 €, ermäßigt 5 €, unter 18 Jahren frei. Einlass ab 18.30 Uhr.
Vortrag „Wie bewegt sich die Gesellschaft?“: Di., 28. April, 19 Uhr
Andreas Knie ist Professor für Soziologie an der Technischen Universität Berlin. Er ist Autor des Buchs „Wo kommen bloß die vielen Autos her und wie werden wir sie wieder los?“. Der Eintritt ist frei. Einlass ab 18.30 Uhr.
Filmabend: Di., 5. Mai, 19 Uhr
Im Dokumentarfilm „A Human Ride“ (2024) setzt sich Regisseur Kristian Gründling mit der Bedeutung individueller Mobilität für Menschen im 21. Jahrhundert auseinander. Eintritt: 7 €, ermäßigt 5 €, unter 18 Jahren frei. Einlass ab 18.30 Uhr.
Offene Werkstatt: So., 1. März und 3. Mai, 13.30–16 Uhr
Die Offene Werkstatt lädt zum kreativen Arbeiten mit Mustern und Strukturen ein. Das Angebot richtet sich an alle Altersgruppen. Der Eintritt ist frei.
Stadtführungen: So., 22. März, 26. April und 10. Mai, 14 Uhr
Die Gästeführerin Silke Kuhn bietet Führungen in der Stadt zum Thema Mobilität in Würzburg an, die am Kulturspeicher starten und enden.
10 € Führungsgebühr. Barzahlung vor Ort bei der Gästeführerin.
Führungen durch die Ausstellung
So., 1. März, 11.15 Uhr mit Julia Pracher
So., 8. März, 11.15 Uhr mit Julia Pracher
So., 15. März, 11.15 Uhr mit Barbara Lohoff
So., 22. März, 11.15 Uhr mit Almut Schaffrath
So., 29. März, 11.15 Uhr mit Antje Hansen
So., 5. April, 11.15 Uhr (Ostersonntag) mit Almut Schaffrath
Mo., 6. April, 11.15 Uhr (Ostermontag) mit Barbara Lohoff
So., 12. April, 11.15 Uhr mit Julia Pracher
So., 19. April, 11.15 Uhr mit Antje Hansen
So., 26. April, 11.15 Uhr mit Barbara Lohoff
Fr., 1. Mai, 11.15 Uhr (Maifeiertag) mit Almut Schaffrath
So., 10. Mai, 11.15 Uhr mit Antje Hansen
So., 17. Mai, 11.15 Uhr mit Almut Schaffrath
Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €, zzgl. 8 € Führungsgebühr. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
kulturspeicher.de/veranstaltungen
Druckfähige Pressebilder und Abbildungen finden sich im Download-Bereich (►). Bitte Bildunterschrift und Creditangaben beachten.
Über das MiK: Das Museum im Kulturspeicher Würzburg (MiK) ist die Nachfolgeinstitution der 1941 im Auftrag der damaligen NS-Stadtregierung gegründeten Städtischen Galerie. 2002 zog das Museum in den Kulturspeicher am Alten Hafen um. Das MiK sammelt, präsentiert, vermittelt und erforscht die Kunst vom 19. bis 21. Jahrhundert. Hervorzuheben sind die Werke des deutschen Impressionismus und im Bereich der modernen Kunst die umfangreichen Werkgruppen der Künstlerinnen Emy Roeder und Gertraud Rostosky. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Konkrete Kunst der Privatsammlung Peter C. Ruppert, die sich als Dauerleihgabe im MiK befindet. Die Gründungsgeschichte des Museums verpflichtet, ein Kunst- und Kulturstandort zur Stärkung und Bildung von demokratischen Grundwerten zu sein. Den Ausgangspunkt bildet hierfür die kritische Auseinandersetzung mit der Sammlung, die aus verschiedenen Perspektiven hinterfragt werden soll.
kulturspeicher.de
Öffnungszeiten: Dienstag 13–18 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 11–18 Uhr, montags geschlossen. Abends im Museum: Einmal monatlich – immer am dritten Donnerstag – öffnet das MiK bis 21 Uhr. Die längere Öffnung gilt auch an Feiertagen, die auf einen Donnerstag fallen. Feiertage: Das MiK ist geschlossen an Heilig Abend, am 1. Weihnachtsfeiertag, an Silvester sowie am Faschingsdienstag. An allen anderen Feiertagen ist das Museum von 11 bis 18 Uhr geöffnet – auch an Feiertagen, die auf einen Montag fallen.
Eintrittspreise: 5 €, 3 € ermäßigt*. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und Mitglieder des Freundeskreis Kulturspeicher Würzburg e.V.
haben freien Eintritt. Der erste Sonntag im Monat ist für Alle eintrittsfrei!
* Ermäßigungen gelten für Schüler*innen, Studierende, Auszubildende, FSJler*innen, BFD-ler*innen über 18 Jahre, Teilnehmende an Weiterbildungsmaßnahmen (mit Nachweis), Inhaber*innen der Ehrenamtskarte, Menschen mit Behinderung, Gruppen ab 20 Personen.
Museum für Alle: Alle Ausstellungsflächen des Museums sind barrierefrei erreichbar. Hörbeeinträchtigte können mit einem Gruppenführungssystem an den Führungen teilnehmen. Ein Rollstuhl und ein Buggy stehen für den Besuch zur Verfügung. Mit der MiK-eigenen Smartphone-App werden Besuchende mit und ohne Beeinträchtigungen durch das Museum begleitet. Diese kann kostenlos im Google Play Store
und im Apple App Store
unter dem Suchbegriff „Museum im Kulturspeicher“ heruntergeladen werden.
Verkehrsanbindung: Das Museum liegt am Alten Hafen in der Nähe von CinemaxX und Congress Centrum. Vom Hauptbahnhof oder dem Marktplatz in der Innenstadt ist das MiK in ca. 15 Minuten zu Fuß zu erreichen. Mit der Straßenbahn führen die Linien 2 und 4 bis zur Haltestelle „Congress Centrum“. Von dort sind es ca. 5 Minuten Fußweg bis zum Museum. Direkt vor dem Kulturspeicher halten die Buslinien 12 und 13, die vom Busbahnhof am Hauptbahnhof abfahren. Auch Busse der Linien 11, 19, 27 steuern den Kulturspeicher an. Von der Residenz über die Juliuspromenade führt von April bis November die „Kulturlinie Würzburg“ (Linie 9). Diese fährt alle 30 Minuten zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten; natürlich auch zum Museum im Kulturspeicher. Mehr Informationen online auf wvv.de
oder vvm.de
. Parkmöglichkeiten: In unmittelbarer Nähe des Museums liegt das Parkhaus CinemaxX/Alter Hafen.
