13. Januar: 11.15 Uhr: Öffentliche Sonntagsführung: Emy Roeder. Das Kosmische allen Seins

Barbara Lohoff

Kosten: 6.00 Euro Führungsentgelt zzgl. Eintritt

Roeder, Emy, Drei ruhende Kühe, 1923, Foto Andreas Bestle ©Museum im Kulturspeicher

Emy Roeder war eine der profiliertesten Bildhauerinnen des 20. Jahrhunderts. In bemerkenswerter Konsequenz entwickelte sie anhand nur weniger Themen eine ganz eigene figürliche Bildsprache. Zeit ihres Lebens suchte Roeder das Wesentliche des menschlichen und kreatürlichen Daseins - innere Ruhe und Kraft, Zartheit, Liebe und Schutz, aber auch die tiefe Einsamkeit jedes Lebewensens - in ihren Werken wiederzugeben. Trotz meist kleinen Formats strahlen ihre weiblichen Akte und Gewandfiguren, ihre Gruppen von Freundinnen und  Geschwistern ebenso wie ihre Tierskulpturen eine selbstverständliche, ruhige Präsenz aus, die den Betrachter gefangen nimmt. Roeders Kunst nimmt damit eine besondere Stellung in der deutschen Bildhauerei des 20. Jahrhunderts ein.

Die Ausstellung zeigt, ergänzt um einige bedeutende Leihgaben, den umfangreichen Bestand aus dem Nachlass der Künstlerin im Besitz des Museum im Kulturspeicher. Anhand von Skulpturen und Zeichnungen wird ihre künstlerische Entwicklung nachvollziehbar: von den expressiven Figuren ihrer frühen Berliner Jahre bis hin zum Spätwerk mit seiner immer stärkeren Stilisierung und Konzentration der künstlerischen Aussage.

Roeder, Emy, Die Schwangere, 1920 Foto: Andreas Bestle ©Museum im Kulturspeicher

Geboren 1890 als Tochter eines Würzburger Kaufmanns, lernt Roeder bei dem wegweisenden deutschen Bildhauer ihrer Zeit, Bernhard Hoetger. Ihre frühen künstlerischen Jahre verbringt sie in Berlin, wo sie als Mitglied der avantgardistischen „Novembergruppe“ erste Erfolge hat. Die berühmte „Schwangere“ in der Würzburger Sammlung etwa zeugt von ihrer Auseinandersetzung mit dem Expressionismus. Eine Version dieser Figur wird 1937 in der Ausstellung „Entartete Kunst“ präsentiert. Die Künstlerin weilt zu dieser Zeit mit einem Stipendium in Florenz. Sie bleibt und verlebt den Zweiten Weltkrieg in der Emigration.
Nach dem Krieg gelingt es ihr, in Deutschland wieder Fuß zu fassen; sie gilt nun als eine der großen Künstlerinnen ihrer Generation; Werke von ihr werden unter anderem auf der ersten „documenta“ 1955  dem Publikum präsentiert. Öffentliche Aufträge und Ankäufe zeugen von ihrem beträchtlichen Renommee und ermöglichen ihr ein unabhängiges Dasein. Emy Roeder nutzt ihre Freiheit: Noch im hohen Alter von über siebzig Jahren unternimmt sie Reisen nach Afrika, wo sie die Vorbilder für die schlanken, überirdisch wirkenden Frauengestalten ihres Spätwerks findet.
Bei allen Umbrüchen der Zeit zeugt das bildhauerische und zeichnerische Werk Emy Roeders von einer bemerkenswerten Kontinuität. Vor allem seit den 1920er Jahren zeichnen sich ihre Figuren durch eine harmonische Klassizität aus; immer strengere Stilisierung führt zu einem zuweilen fast archaischen Ausdruck. In seiner Konsequenz und Qualität ist das Werk Emy Roeders dem ihrer bekannteren männlichen Bildhauerkollegen ebenbürtig.

Flyer Emy Roeder Flyer Emy Roeder, 1756 KB

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