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Georges Vantongerloo
1886 – 1965
MALER BILDHAUER VISIONÄR
Museum im Kulturspeicher 21.8. – 3.10.10
Einer der herausragendsten Neuerer der Kunst des 20. Jahrhunderts ist der Belgier Georges Vantongerloo (1886-1965), dessen Bekanntheitsgrad bis heute hinter seiner Bedeutung zurücksteht.
1917 gründete er zusammen mit Piet Mondrian, Theo van Doesburg und weiteren Künstlern im holländischen Leiden die Gruppe „De Stijl, Vorreiter für eine neue ungegenständliche Kunst und Herausgeber der gleichnamigen Zeitschrift mit internationaler Ausstrahlung. Die Gruppe hingegen begann sich bereits einige Jahre nach der Gründung aufzulösen, zerstritten in der Debatte um die künstlerischen Grundlagen; 1921 verließ Vantongerloo die Gruppe.
Anstelle der freien Malerei konzentrierte sich Vantongerloo in den 1920er Jahren auf dreidimensionale Entwürfe für Interieur, Architektur und Städtebau ganz im Sinne des idealistischen Konzepts der Avantgarde von der Integration der Kunst in die gebaute Umwelt. Mehr und mehr gewann die Mathematik als Mittel der Objektivierung von Erkenntnis als Gestaltungsgrundlage an Gewicht[, sichtbar insbesondere in den 1930er Jahren an Titeln von Bildern und Objekten, die mathematische Gleichungen angeben].
1931 war Vantongerloo in Paris unter den Gründungsmitgliedern der Gruppe „Abstraction-Creation“ neben unter anderem Theo van Doesburg, Naum Gabo, Antoine Pevsner und Auguste Herbin.
Vantongerloos fulminantes Spätwerk mit schwerelos erscheinenden Linien im Raum, lichtbrechenden Objekten aus Draht und farbigem Plexiglas knüpft letztlich noch einmal seinen schon früh beschriebenen „Reflexionen über Zeit und Raum“ an und versteht sich als künstlerischer Ausdruck kosmischer Energie.
Die Ausstellung mit 75 Zeichnungen, Gouachen, Gemälden, Plastiken und Modellen aus dem Besitz von Jakob und Chantal Bill spannt einen Bogen von den frühen abstrahierend-gegenständlichen Werken bis zu den schwebend transparenten Plexiglasobjekten als Ausdruck kosmischer Energie.
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