August Macke - ganz privat

9. April - 17. Juli 2011

Eine Reise durch das Leben von August Macke

150 Werke aus dem Besitz der Familie

„Eine starke lebendige Empfindung zu gestalten“ – dies war das Motiv, das August Macke auf seinem Weg zur Vorherrschaft der Farbe vorantrieb. Er zählt zu den bedeutendsten Pionieren der Moderne und gründete zusammen mit Franz Marc und Wassily Kandinsky die Künstlergruppe „Der blaue Reiter“. Seine Licht durchfluteten Bilder der Tunisreise, seine farbigen Versionen der Seiltänzer und Spaziergänger haben ihn weltberühmt gemacht. Eine einzigartige Ausstellung wirft nun einen neuen und zugleich intimen Blick auf den Künstler: Mit über 150 Werken – Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Entwürfen und kunstgewerblichen Arbeiten, ausschließlich aus dem Besitz der Familie und viele davon im Rahmen dieser Ausstellung erstmals öffentlich ausgestellt – widmet sie sich „August Macke – ganz privat“.

Die bekannten Bilder August Mackes hat die Familie schon vor langer Zeit in die Museen gegeben und damit der Öffentlichkeit anvertraut. Die privaten, immer noch in Familienbesitz befindlichen Werke, ebenso wie persönliche Schätze und lieb gewonnene Erinnerungen aber hat die Familie für sich und die Nachwelt bewahrt. Deshalb ist es etwas ganz Besonderes, dass diese Arbeiten des Künstlers nun speziell für die Ausstellung zusammengetragen werden konnten.

Obwohl ihm nur etwa zehn Schaffensjahre vergönnt waren, bevor er im Alter von nur 27 Jahren 1914 im Ersten Weltkrieg fiel, hat August Macke ein überaus faszinierendes und facettenreiches Werk geschaffen, ein „Lebenswerk“. In ihm spiegelt sich sein fortwährendes Experimentieren mit neuen Formen und Farben, seine Suche nach einer modernen Sprache der Kunst, die den veränderten Zeitbedingungen am Beginn des 20. Jahrhunderts Rechnung trägt.

„August VonderFarbe“, wie ihn sein Freund Franz Marc nannte, setzte sich über bürgerliche Konventionen hinweg, um am Anfang des 20. Jahrhunderts seinen eigenen Weg zu suchen. „Er war kein besonders guter Schüler; er hatte nur seine Malerei im Kopf, und alles andere, was ihm nicht in den Kram passte, ließ er einfach liegen“, erinnerte sich seine Freundin und spätere Frau Elisabeth.

Kandern, Italien, Tegernsee, Bonn, Hilterfingen sind einige der bedeutenden Stationen im Leben von August Macke. Zum Zentrum seiner künstlerischen Visionen aber wurde das erste eigene Atelier im Wohnhaus der Familie in Bonn. Fiktive Bildkompositionen entstanden in diesen Jahren, die eine neue, rein malerische Realität jenseits der erfahrenen Wirklichkeit zeigen. Die Farbe wurde zum entscheidenden malerischen Mittel.

Skizzenbuchblätter und Zeichnungen in der Ausstellung spiegeln den experimentellen Umgang mit Farbe und Form. Dabei verwandeln sich die Skizzen oder Gemälde oftmals zu eigenständigen abstrakten Werken. Themen seiner Werke sind neben Stillleben und Landschaften vor allem Bilder seiner Frau und seiner Söhne, daneben widmet er sich auch karikaturhaften und humorvollen Darstellungen. Kaum bekannte kunsthandwerkliche Arbeiten, darunter Keramik-Entwürfe, Schalen und Textilien, belegen, dass August Macke Kunst und Handwerk als gleichberechtigte Einheit verstand.

Nach Stationen in Stade, Freiburg und Bonn sind mit dieser Ausstellung Werke von August Macke nun erstmals in Würzburg zu sehen. Die Schau wird kuratiert von Dr. Ina Ewers-Schultz, Köln.

 

 

 

 

  

 

 


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