20. Februar bis 24. Februar: Die Sammlung Peter C. Ruppert auf der art Karlsruhe

art Karlsruhe 2019

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Jedes Jahr stellt sich ein Museum mit einer Sonderpräsentation auf der international wahrgenommenen Kunstmesse art Karlsruhe vor. Im Jahr 2019 hat das Museum im Kulturspeicher mit der Sammlung "Peter C. Ruppert.Konkrete Kunst in Europa nach 1945" die Chance, sich exklusiv mit einer Auswahl seiner Highlights auf dieser Messe der Gegenwartskunst zu zeigen. Rund 30 Gemälde, Wandarbeiten und Skulpturen sind vom 20. Februar bis 24. Februar 2019 in Karlsruhe zu sehen, darunter Werke von Josef Albers, Max Bill, Richard Paul Lohse und Bridget Riley.
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MItglieder des Freundeskreises Kulturspeicher e.V. und Volunteers des Museums unterstützen uns bei dieser einmaligen Sonderschau.

Porträtfoto Ehepaar Ruppert Foto Fotostudio Urbschat, Berlin ©

Bekenntnisse zur Klarheit

Mit der großen Faszination für geometrische Klarheit fing alles an:

Seit den 1970er Jahren hatte der Berliner Vermögensverwalter Peter C. Ruppert einige Grafiken von Günter Fruhtrunk erworben, dessen Bilder ihn wegen ihrer farbigen Vibration bei absoluter Gleichwertung seriell eingesetzter Farbelemente begeisterten. Schon bald entwickelte sich der Wunsch, nicht nur Grafiken zu besitzen, sondern Unikate: Gemälde, Wandobjekte und Skulpturen aus dem vielfältigen künstlerischen Feld, das unter dem Begriff "Konkrete Kunst" firmiert. Und da die Konkrete Kunst als künstlerische Bewegung nach dem Zweiten Weltkrieg ganz Europa erfasste, entstand die Idee zu einer Kollektion, die länderübergreifend angelegt ist und heute unter dem Namen "Sammlung Peter C. Ruppert. Konkrete Kunst in Europa nach 1945" bekannt ist. Das dezidiert europäische Konzept sichert ihr bis heute die Schirmherrschaft des Generalsekretärs des Europarats.

Schon vor Mitte der 1980er Jahre zeichnete sich ab, dass Qualität und Umfang der Sammlung den privaten Rahmen weit überschreiten würden. Die Kontakte nach Würzburg zur damaligen Städtischen Galerie mündeten in ein großes Museumsprojekt, das Städtische Sammlung und die Sammlung Peter C. Ruppert in einem ehemaligen Speichergebäude am Alten Hafen von Würzburg vereint.

Sechs der 12 Räume mit insgesamt 1.850 qm Fläche sind als eigener Ausstellungsbereich der Sammlung Peter C. Ruppert zugeordnet. In ihr sind die jeweils wichtigsten "konkreten" Künstler der meisten Länder Europas mit herausragenden einzelnen Werken vertreten Bis heute ist die Sammlung nicht abgeschlossen; aktuelle Strömungen werden im Dialog mit dem Museum ebenso ergänzt wie einzelne noch fehlende künstlerische Positionen nach 1945. Gegenwärtig umfasst die Sammlung 420 Gemälde, Wandarbeiten und Skulpturen von ca. 240 Künstlern aus 23 europäischen Ländern. Sie darf als herausragende Sammlung konstruktiv-konkreter Kunst in Europa gelten.

Die beiden geografischen Zentren, die Konkrete Kunst nach 1945 in Zürich und Paris ausbildete, sind mit eigenen Präsentationsgruppen als Kernbereiche in der Sammlung hervorragend dokumentiert. Mit repräsentativen Werken vertreten sind zum Beispiel die Schweizer Max Bill, Camille Graeser, Verena Loewensberg und Richard Paul Lohse sowie aus dem Pariser Kreis unter anderem Marcelle Cahn, Jean Gorin, Auguste Herbin, Alberto Magnelli, François Morellet und Victor Vasarely. Ausprägungen der deutschen Szene bilden mit Werken von Künstlern wie Josef Albers, Hartmut Böhm, Eberhard Fiebig, Heijo Hangen, Erwin Heerich, Adolf Luther, Heinz Mack, Klaus Staudt und  Günther Uecker einen gewichtigen Teil der Sammlung. Auch die mehr im Verborgenen sich vollziehende Entwicklung konkreter Positionen in der DDR mit Künstlern wie Karl-Heinz Adler, Horst Bartnig und vor allem Hermann Glöckner sind in der Sammlung Ruppert repräsentiert. Zahlreiche illustre Künstlernamen vertreten die Konkrete Kunst aus südosteuropäischen Ländern wie Henryk Stazewski aus Polen oder Tibor Gáyor und Dóra Maurer aus Ungarn; Italien ist unter anderem mit Antonia Calderara, Gianni Colombo, Dadamaino und Mario Nigro präsent.

Absolut einzigartig ist die kleine, aber feine fotografische Abteilung, die ungegenständliche Fotografie mit klassichen und gegenwärtigen Positionen vertritt. Zwei große Ausstellungsprojekte in den Jahren 2005 und 2015 setzten Maßstäbe in diesem Bereich und formulierten und etablierten den Begriff der "Konkreten Fotografie".

So vielfältig die künstlerischen Werke innerhalb der großen Strömung Konkreter Kunst sind, so eint sie doch alle eine bestimmte Grundauffassung: Keines der hier zugeordneten Werke orientiert sich an der Wiedergabe der Realität. Deshalb erscheint der Begriff der Konkreten Kunst auf den ersten Blick widersprüchlich, denn er bedeutet das exakte Gegenteil dessen, was im Alltag unter "konkret" verstanden wird: Gerade nicht die Darstellung der gesehen Wirklichkeit ist gemeint, wie sie die Aufforderung "Werd´doch mal konkret" enthält, sondern die Konkrete Kunst ist eine Kunst, die sich von der äußeren Welt, dem Naturvorbild, vollkommen löst. Sie bildet nichts ab, sondern setzt sich in direkter Weise mit den bildnerischen Mitteln Farbe, Form, Linie und Hell-Dunkel auseinander. Vielfach bedienen sich die Künstler der Geometrie oder anderer mathematischer Verfahren, um der gesehenen Wirklichkeit eine eigene, künstlerisch autonome Realität gegenüberzustellen.

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2002 hat das Museum im produktiven Austausch mit Peter C. Ruppert und seiner Frau Rosemarie die Präsentation der Sammlung mehrfach erneuert und in spannenden Ausstellungsprojekten immer wieder verschiedene thematische Dimensionen der Sammlung ausgelotet. Im Jahr 2019 wird eine Show der farbigen Siebdrucke der britischen, weltweit gefeierten Künstlerin Bridget Riley den englischen Aspekt der Sammlung betonen, auch dies eine Besonderheit, die in Europa ihresgleichen sucht.

Begleitheft art Karlsruhe 2019 Sammlung Peter C. Ruppert Begleitheft art Karlsruhe 2019 Sammlung Peter C. Ruppert, 2173 KB

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